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Mehr Dynamik im Immobilienvertrieb

Cockpit Immobilie: Einfacher und digitaler Einstieg

Mit dem Cockpit Immobilie schafft die Kreissparkasse Verden einen zentralen digitalen Zugang rund um das Thema Bauen und Wohnen. Im Gespräch erläutert Florian Ziegler, diplomierter Bankbetriebswirt und Direktor Vertriebsmanagement der Kreissparkasse Verden, wie die Einführung umgesetzt wurde, welche Auswirkungen sich auf Prozesse und Vertrieb ergeben und welche Erfahrungen sich daraus für andere Sparkassen ableiten lassen.

Cockpit Immobilie: Einfacher und digitaler Einstieg

FI-Magazin: Die Kreissparkasse Verden hat das Cockpit Immobilie für Kundinnen und Kunden freigeschaltet. Wie sind Sie dabei konkret vorgegangen und was sind die nächsten Schritte?

Florian Ziegler:  Besonders wichtig war die rechtzeitige Befassung mit den technischen Voraussetzungen und die gute und enge Zusammenarbeit mit unserer Marktfolge. Wir haben das Cockpit Immobilie Anfang Januar 2026 freigeschaltet und eng an unsere interne Immobilienstrategie angebunden. Ziel war es, das Thema Bauen und Wohnen wieder stärker in den Fokus von Beraterinnen und Beratern aber natürlich auch unseren Kunden zu rücken und einen einfachen digitalen Einstieg zu ermöglichen. In den nächsten Schritten geht es vor allem darum, die Nutzung weiter zu steigern und das Cockpit noch stärker in die Beratungs- und Vertriebsprozesse zu integrieren.

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Florian Ziegler,  Direktor Vertriebsmanagement der Kreissparkasse Verden

FI-Magazin: Was verändert sich dadurch konkret im Vertriebsprozess – für Kundinnen und Kunden sowie für Ihre Kolleginnen und Kollegen?

Florian Ziegler: Am deutlichsten verändert sich die Phase vor der eigentlichen Beratung und dem persönlichen Kontakt zwischen Kundinnen und Kunden sowie den Beraterinnen und Beratern. Kundinnen und Kunden können sich bereits online informieren, erste Berechnungen durchführen und Unterlagen hochladen. Für unsere Kolleginnen und Kollegen bedeutet das künftig, dass Gespräche oft strukturierter und auf einem deutlich höheren Informationsniveau starten. Gleichzeitig werden sie häufiger auf das Thema angesprochen, weil sich aus der Nutzung des Cockpits neue Fragen ergeben – die es dann in konkrete Beratungs- und Vertriebsansätze zu überführen gilt.

FI-Magazin: Im Cockpit finden sich verschiedene Tools und Services. Gibt es dazu kritische Stimmen im Haus?

Florian Ziegler: Natürlich gibt es vereinzelt die Sorge, dass digitale Tools die persönliche Beratung ersetzen könnten oder Kundinnen und Kunden in eine falsche Richtung gelenkt werden. Diese Bedenken sind absolut nachvollziehbar und nehmen wir sehr ernst. Unsere Haltung ist jedoch klar: Digitale Angebote sind kein Ersatz für Beratung, sondern ein Einstieg in den Dialog mit der Sparkasse. Wenn wir solche Möglichkeiten nicht selbst anbieten, suchen sich Kundinnen und Kunden diese an anderer Stelle. Entscheidend ist daher der offene Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen: Wir nehmen Sorgen ernst und machen gleichzeitig die Chancen und Vorteile der Tools transparent.

FI-Magazin: Jüngere Kundengruppen nutzen fast ausschließlich digitale Kanäle. Welche Rolle spielt das Cockpit Immobilie für Ihren Vertrieb?

Florian Ziegler: Für uns wirkt das Cockpit Immobilie in erster Linie als digitaler Leadgenerator. Kundinnen und Kunden können sich jederzeit mit dem Thema Immobilie beschäftigen und treten dadurch oft früher mit uns in Kontakt. So erreichen wir mehr Menschen genau in dem Moment, in dem der Wunsch nach Bauen, Kaufen oder Modernisieren entsteht. Gleichzeitig hilft das Cockpit, unsere Kompetenz sichtbar zu machen – denn obwohl die Sparkassen-Finanzgruppe der größte Immobilienmakler in Deutschland ist, wissen viele Kundinnen und Kunden gar nicht, welche Expertise wir rund um Bauen, Wohnen, Kauf und Verkauf bieten.

FI-Magazin: Und welchen Mehrwert sehen Sie für den medialen Vertrieb und die Gewinnung jüngerer Kundengruppen?

Florian Ziegler: Gerade jüngere Kundengruppen erwarten heute einen digitalen Zugang zu Finanzthemen. Das Cockpit schafft genau diesen niedrigschwelligen Einstieg und macht die Sparkasse auch online sichtbar und ansprechbar. Damit stärkt es sowohl unseren medialen Vertrieb als auch unsere Chancen in der Neukundengewinnung.

FI-Magazin: Das Cockpit verändert auch interne Prozesse. Wie gestalten Sie die Veränderung  in Ihrem Haus?

Florian Ziegler: Wichtig ist vor allem, Sorgen ernst zu nehmen und gleichzeitig die Chancen klar aufzuzeigen. Wir setzen dabei auf offenen Austausch und darauf, Mitarbeitende früh einzubinden. Gleichzeitig zeigen wir auch auf, dass digitale Tools Freiräume schaffen können – etwa indem sie standardisierte Schritte vereinfachen und so mehr Zeit für qualifizierte Beratung und komplexere Aufgaben entsteht. Veränderung gelingt aus meiner Sicht am besten, wenn man transparent kommuniziert und Mut macht, neue Wege auszuprobieren.

FI-Magazin: Was hat Ihnen konkret geholfen, das Cockpit Immobilie erfolgreich einzuführen?

Florian Ziegler: Hilfreich war vor allem der enge Austausch mit allen Beteiligten – intern wie extern. Gleichzeitig haben wir bewusst darauf gesetzt, das Thema pragmatisch anzugehen und einfach zu starten. Viele Dinge entwickeln sich ohnehin erst in der praktischen Nutzung weiter.

FI-Magazin: Wie haben Sie die Mitarbeitenden informiert und geschult?

Florian Ziegler: Wir haben verschiedene Formate genutzt – je nach Zielgruppe. Neben Teamrunden gab es Informationen über das Intranet sowie Webex-Termine für Schulung und Austausch. Sehr hilfreich war dabei eine vorgeschaltete Friends-and-Family-Phase, in der wir das Cockpit zunächst im kleineren Kreis testen und erste Erfahrungen sammeln konnten. Auch in der Endkundenkommunikation gehen wir bewusst gestuft vor: zunächst die Freischaltung und Beobachtung der Nutzung, anschließend eine erste eigene Bewerbung, später folgt dann noch die zentrale Vermarktung. Parallel dazu wollen wir perspektivisch unsere Beraterinnen und Berater schulen, damit das Cockpit auch aktiv in der Beratung eingesetzt werden kann. Wichtig ist uns dabei, immer eng dran zu bleiben – und mögliche Fehler oder Reibungspunkte als Chance zu sehen, um den Prozess kontinuierlich besser zu machen.

FI-Magazin: Was ist aus Ihrer Sicht die zentrale Erkenntnis aus der Einführung?

Florian Ziegler: Das Cockpit Immobilie ist für uns mehr als nur ein neues Tool – es ist ein weiterer Schritt hin zu einem modernen, hybriden Immobilienvertrieb. Kundinnen und Kunden erwarten heute einen einfachen digitalen Einstieg, gleichzeitig bleibt persönliche Beratung bei einer so wichtigen Entscheidung unverzichtbar. Genau diese Kombination wollen wir stärken. Ein ebenso wichtiger Punkt ist für uns die „Change-Begleitung“ im Haus. Neue Möglichkeiten funktionieren nur dann wirklich gut, wenn wir unsere Kolleginnen und Kollegen dabei mitnehmen, zuhören und sie auf diesem Weg aktiv begleiten. Für uns ist dabei entscheidend: Lieber mutig starten, Erfahrungen sammeln und kontinuierlich besser werden, als zu lange zu warten.

FI-Magazin: Herr Ziegler, wir danken Ihnen für das Gespräch