
Die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig hat den Valutierungsprozess mit OSPlus_neo eingeführt.
Im Interview erläutert Sandra Rothe, Gruppenleiterin Prozesssteuerung Aktiv, welche Erfahrungen die Sparkasse gesammelt hat, was andere Institute daraus lernen können und was sich durch den neuen Valutierungsprozess für die Kundinnen und Kunden verändert hat.
Sandra Rothe: Wir hatten bereits die Baufi_neo, damals noch 2.0, eingeführt. Schlüsselvoraussetzung war jedoch die Nutzung des Dokumenten-Upload 2.0. Der Einstieg in die Valutierung mit OSPlus_neo erfolgte über die Open-Door-Session der FI. Im Juni 2025 haben wir mit der Pilotierung/Verprobung im kleinen Kreis mit Kollegen aus Markt, Marktfolge und Prozessmanagement mit einfachen Valutierungen aus dem Privatkundenmarkt begonnen. Mit den ersten Kunden haben wir über die von der FI empfohlene Vanity-URL getestet. Mit zunehmender positiver Erfahrung wurden dann auch komplexere Konstellationen über den Prozess abgebildet und ein größerer Anwenderkreis eingebunden. Ende 2025 erfolgte die Freischaltung des Valutierungsprozesses inkl. der Fördermittelvalutierung mit automatischer Buchung für den Bereich der privaten Baufinanzierung. Zeitgleich startete die Testphase für die Valutierung gewerblicher Darlehen und des Dokumenten-Uploads im Firmenkundensegment. Die flächendeckende Einführung des Valutierungsprozesses erfolgte zum 01.07. dieses Jahres. Wichtig war uns die Zusammenarbeit und der kontinuierliche Austausch mit allen Bereichen, um Stück für Stück in den neuen Prozess einzutauchen.
Sandra Rothe: Die Testphasen haben sich sehr bewährt. Es waren aus den jeweiligen Bereichen Mitarbeiter von Anfang an eingebunden. Durch die regelmäßig stattfindenden Austauschrunden
konnten die Kollegen die gesammelten Erfahrungen teilen, »Stolpersteine« schnell aus dem Weg räumen und Routine bei der Bearbeitung erlangen. Dies steigerte die Akzeptanz für den neuen Prozess und zudem konnten die Testteilnehmer zugleich als Multiplikatoren und erste Ansprechpartner in ihren jeweiligen Teams fungieren. Die Führungskräfte haben die Mitarbeiter im Rahmender Umstellung motivierend unterstützt und auf die konsequente Nutzung des neuen Prozesses hingewirkt, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Markt und Marktfolge. Vor dem Flächeneinsatz haben wir Schulungen an Echtkunden für die Berater durchgeführt und für einen Übergangszeitraum regelmäßige Sprechstunden angeboten, um noch mehr Sicherheit im neuen Prozess zu schaffen.
Die wichtigste Komponente für das Gelingen ist und bleibt der Kunde. Dieser ist bereits oder sollte frühzeitig im Rahmen der Beratung für das Online Banking freigeschalten bzw. ins Cockpit Immobilie geleitet werden. Damit kann er die Valutierung selbst beauftragen und reduziert den Erfassungsaufwand für den Berater erheblich und hilft das »6-Augen-Prinzip« zu vermeiden (bisher gibt es zur Vermeidung des Sechs-Augen-Prinzips, außer der Ausweitung der Zahlungsverkehrskompetenzen, noch keine sinnvolle Lösung). Um den Kunden auf den Online-Valutierungsprozess aufmerksam zu machen und ihn erfolgreich durch den Prozess zu führen, haben wir in unsere selbst erstellten Kundenhinweise zur Valutierung eine Verlinkung und den QR-Code zum Cockpit Immobilie aufgenommen.
Sandra Rothe: Durch die gemeinsame Testphase sind wir enger zusammengewachsen, das gegenseitige Verständnis für einander ist gestiegen. Mittlerweile wissen alle Beteiligten die Effizienzvorteile zu schätzen. Anfangs war es für die Kundenberater herausfordernd, den Kunden für denOnline-Valutierungsprozess zu befähigen, um den eigenen Erfassungsaufwand für die Aufträge gering zu halten. Im Idealfall erfasst der Kunde nun alles selbst und bei »Folgevalutierungen ohne Auflagen« erfolgt die Direktbuchung durch den Kunden ohne Einbindung der Sparkasse. Für die Marktfolge hat sich der Bearbeitungsaufwand beim Mittelabruf von Förderdarlehen durch die automatische Buchung deutlich verringert. Ein Absprung ins FG-Center entfällt. Bis dato ist keine Erhöhung der Fehlerquote erkennbar.
Sandra Rothe: Der Kundenberater muss dem Kunden den Prozess gut erklären, um Rückfragen oder Fehlerfassungen bei den Auszahlungsgründen zu vermeiden. Es gibt jedoch viele Kunden, die digital affin sind und den Prozess gern nutzen. O-Ton aus der Marktfolge: »Am liebsten sind mir aber die, die einen medial auszahlbaren Betrag hinterlegt bekommen haben.«
Sandra Rothe: Das ist echt ein Mehrwert, zumal OSPlus_neo bei der Erfassung von mehreren Buchungen einmal eingegebene Daten als Vorschlag zur Befüllung vorgibt. Wünschenswert wäre die Möglichkeit, mehrere Auszahlungen bzw. die Aufteilung des Betrages an mehrere Empfänger in einem Vorgang für Förderdarlehen zu erfassen.
Sandra Rothe: Leben Sie den Standardprozess. Lassen Sie sich auf die neue Vorgehensweise ein und nutzen Sie diese konsequent von Beginn an. Die Arbeit mit dem Dokumenten-
Upload ist zunächst eine Umstellung und benötigt etwas Übung, denn erst wenn alle Unterlagen vorliegen, geht es zum nächsten Schritt. Auch wenn Auszahlungsaufträge ggf. aus anderen Eingangskanälen in der Übergangsphase ankommen, sollten diese trotzdem im Valutierungsprozess erfasst werden, um Routine zu erlangen und Erfahrungen zu sammeln.
Sandra Rothe: Wenn die Berater das Vorgehen gut erläutern und den Kunden ins Cockpit Immobilie führen bzw. Online-Banking vereinbaren, nehmen die Kunden dies sehr gut an.
Sie wollen manchmal schneller auszahlen, als die Darlehen angelegt sind. Ein Großteil des Geschäftes bei Sparkassen kommt auch über Vermittler, hier ist die direkte Einbindung des
Kunden schwierig und er kann nicht unmittelbar von den Vorteilen des neuen Valutierungsprozesses profitieren. Ein Erklärvideo würde hier helfen bzw. es sollte ein Weg für die
Online-Valutierung für vermittelte Kunden geschaffen werden. Wir versuchen bei diesen Kunden dennoch Online- Banking zu platzieren und den medialen Auszahlungsweg aufzuzeigen. Dies kommt bei den Kunden sehr gut an.
Sandra Rothe: Der Valutierungsprozess ermöglicht eine schnelle, fehlerfreie und medienübergreifende Auszahlung von Sparkassen- und Förderdarlehen, wodurch die Bearbeitungseffizienz gesteigert und die Kundenzufriedenheit erhöht wird.
FI-Magazin: Vielen Dank für das Interview.
Die Valutierung stellt für den Kunden den Abschluss seines Finanzierungsvorhabens dar. Ob Gutschrift auf das eigene Girokonto bei Modernisierungsmaßnahmen oder Buchung einer Kaufpreiszahlung an den Verkäufer. Mit OSPlus_neo können Auszahlungen von Sparkassendarlehen
und Förderkrediten sowohl in der Filiale als auch online durch den Kunden veranlasst werden. Der Workflow – von der Erfassung über die Prüfung bis zur Buchung – ist nahtlos integriert: Dokumente werden je nach Prozessphase digital angefordert, per Dokumenten-Upload hochgeladen und automatisch archiviert. Erfüllen die definierten Prüfkriterien die Vorgaben,
erfolgt die Auszahlung sofort. Online kann der Kunde per TAN die Direktbuchung durchführen. Andernfalls wird der Vorgang zur Prüfung weitergeleitet.
Kurz gesagt: OSPlus_neo verbindet Effizienz, Transparenz und Benutzerfreundlichkeit zu einem modernen Valutierungs-Workflow. Die Arbeitsabläufe der Institute werden dadurch entlastet, Kundinnen und Kunden haben ein schnelles, sicheres Auszahlungserlebnis.
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