Cyber-Resilienz entsteht nicht allein durch Technologie. Sie erfordert klare Strategien, belastbare Strukturen und den Austausch zwischen Praxis, Regulierung und Innovation. Genau daran setzte das 23. FI-TS Management-Forum am 26. März 2026 in der BMW Welt München an. Führungskräfte, Entscheider und IT-Experten aus der Finanz- und Versicherungsbranche diskutierten, wie sich Stabilität unter zunehmend dynamischen Rahmenbedingungen sichern lässt.
Zum Auftakt ordnete die FI-TS Geschäftsführung das Thema strategisch ein. Christoph Röger, Andreas Kopp und Dr. Christian Thiel machten deutlich, dass Cyber-Resilienz eng mit digitaler Souveränität, regulatorischen Anforderungen und einer konsistenten Sicherheitsarchitektur verknüpft ist. „Wir erleben eine Zeit, in der geopolitische Spannungen, Cyberbedrohungen und technologische Umbrüche die Anforderungen an IT-Infrastrukturen spürbar verändern. Als FI-TS wollen wir unseren Kunden Stabilität, Orientierung und digitale Souveränität geben“, sagte Christoph Röger, Vorsitzender der FI-TS Geschäftsführung.
Praxis zeigt: Resilienz ist Architekturarbeit
Praxisbeispiele aus Kundenprojekten verdeutlichten auf dem Management-Forum, dass resiliente IT-Architekturen weniger durch einzelne Technologien, sondern durch Zusammenspiel, Transparenz und klare Verantwortlichkeiten entstehen.
Auch für den produktiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die infrastrukturelle Basis zum entscheidenden Faktor. „Mit FI-TS haben wir einen sehr guten Partner gefunden – für Sicherheit, Souveränität und Compliance“, betonte Mathias Bokelmann, Vorstand der GuideCom AG.
Wie sich Resilienz in gewachsenen, regulierten IT-Landschaften konkret umsetzen lässt, zeigte das Beispiel der LBBW. In ihrem Vortrag erläuterte Jasmin Herrmann, Leitung IT Governance & Cyber Defense bei der LBBW, wie die Bank gemeinsam mit FI-TS ein sogenanntes Endpoint Detection and Response (EDR) implementiert hat – ein Schutzsystem, das Angriffe auf Computer erkennt und automatisiert darauf reagiert. Sie betonte, dass moderne Cybersecurity nicht allein aus Tools besteht, sondern aus Transparenz, belastbaren Strukturen und einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Externe Perspektiven erweitern den Blick
Externe Impulse machten deutlich, dass Cyber-Resilienz über Technik hinausgeht. Der Hacker und Psychologe Linus Neumann stellte die klassische Gegenüberstellung von Stabilität und Agilität infrage: „Wenn früher Stabilität und Agilität Gegensätze waren, sind sie es jetzt in der IT nicht mehr.“ Der Jurist und Datenschutzaktivist Max Schrems verwies auf die Komplexität internationaler Rechtsräume: „Wir haben einfach verschiedene Rechtsrahmen, die verschiedene Dinge von den Unternehmen wollen.“ Mit Blick nach vorn skizzierte der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky eine prognosegetriebene Wirtschaft: „Wir prognostizieren, dass es zu einer ‚Predictive Economy‘ führt – also zu einer Ökonomie, die komplett auf Prognosen basiert.“
Austausch als Teil der Resilienz
Neben den Fachbeiträgen blieb Raum für Austausch und Vernetzung. Die offene Architektur der BMW Welt spiegelte den Anspruch wider, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam weiterzudenken. Den Abschluss bildete die Abendveranstaltung mit Impulsen von Oliver Bierhoff.
Das FI-TS Management-Forum 2026 auf einen Blick:
- Cyber-Resilienz entwickelt sich zum strategischen Leitprinzip für IT im Finanzsektor
- Digitale Souveränität, Regulatorik und Architektur greifen operativ ineinander
- Praxisbeispiele zeigen: Stabilität entsteht durch ein Zusammenspiel, nicht durch Einzellösungen