Eine EUDI‑Wallet bündelt dabei die Personen‑Identifizierungsdaten (PID) und weitere Nachweise zur Person sicher in einer einzigen Anwendung. Damit können Kundinnen und Kunden ihre Identität, elektronische Nachweise und digitale Signaturen einfach bereitstellen – ohne Papier, ohne Fotos von Ausweisen und ohne umständliche manuelle Eingaben. Die staatlich geprüfte technische Anbindung sorgt dabei für höchste Sicherheit. Die deutsche EUDI-Wallet bekommt einen eigenen Namen: d-you.
Der Name d-you bringt das Versprechen der Wallet auf den Punkt. Das »d« steht für digital und für Deutschland, das »you« stellt die Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt.
Wie die Sparkassen‑Finanzgruppe profitiert
Durch die standardisierte Anbindung an die EUDI‑Wallet positionieren sich die Institute als sichere, anschlussfähige und kundennahe Dienstleister im europäischen Identitäts‑Ökosystem. Die Vertriebs‑ und Serviceprozesse werden deutlich effizienter: Daten werden automatisch übernommen, manuelle Eingaben entfallen und die Onboarding‑Zeit neuer Kundeninnen und Kunden verkürzt sich. Gleichzeitig bleibt das bewährte Identifizierungsverfahren erhalten – die Wallet ergänzt es und treibt die Digitalisierung voran.
Durch die frühe Anbindung an die EUDI-Wallet kann zudem die Position der Sparkassen-Finanzgruppe im europäischen Identitäts-Ökosystem gestärkt und das Markenimage als digitaler Vorreiter unterstützt werden. Die regulatorischen Vorgaben werden dabei von Beginn an berücksichtigt. Nicht zuletzt kann die schnellere, sicherere und bequemere Abwicklung von Kundenprozessen die Zufriedenheit steigern, die Kundenbindung stärken und neue Cross-Selling-Potenziale eröffnen.
Die EUDI-Wallet kommt schrittweise in die Sparkassen-Finanzgruppe
Die Einführung der EUDI-Wallet erfolgt in der Sparkassen-Finanzgruppe schrittweise in derzeit vier geplanten Phasen:
- Phase 1 – ab Januar 2027: Einsatz der EUDI-Wallet zur Identifikation in ersten medialen OSPlus-Anwendungen.
- Phase 2 – ab Juli 2027: Ausweitung der Identifikation per EUDI-Wallet auf stationäre Nutzungsszenarien und weitere OSPlus-Anwendungen.
- Phase 3 – ab November 2027: Erweiterung der EUDI-Wallet-Nutzung um weitere Identifikationsmöglichkeiten, die starke Kundenauthentifizierung im Online-Banking und Freigabe von elektronischen Signaturen.
- Phase 4 – ab 2028: Ausstellung erster digitaler Nachweise durch die Sparkassen in EUDI-Wallets sowie Akzeptanz digitaler Nachweise und Attestierungen in OSPlus-Anwendungen.
Was bis zum Start im Januar 2027 passiert (Phase 1)
Mit dem geplanten „Go-live“ der deutschen EUDI-Wallet am 2. Januar 2027 beginnt auch die produktive Nutzung der Wallet in der Sparkassen-Finanzgruppe. Die fachlichen, organisatorischen und technischen Vorbereitungen dafür laufen bereits.
Für die Identifikation per EUDI-Wallet sind in Phase 1 erste mediale Prozesse vorgesehen. Zum Start sollen unter anderem verfügbar sein: der GiroExpressverkauf – einschließlich der Varianten für Minderjährige und mit DWP-Depoteröffnung – sowie im Firmenkundenportal die Eröffnung eines Geschäftsgirokontos, die Anlage eines neuen NBM-Nutzers, das Anlegen von Firmenkunden und der Firmenkundenabgleich sowie S-Neo und das Kinderdepot.
Für die Nutzung der EUDI-Wallet müssen die Institute als „Relying Party“ registriert sein. Wie der Registrierungsprozess für die Sparkassen konkret ausgestaltet wird und welche Schritte zentral beziehungsweise durch die Institute erfolgen, wird derzeit zwischen DSGV und der Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND), die mit der Entwicklung der deutschen EUDI-Wallet beauftragt ist, abgestimmt.
Die Digitalen Identitäten und die EUDI-Wallet sind ein wichtiges Zukunftsthema für die Sparkassen-Finanzgruppe. Auch nach dem Start im Januar 2027 begleiten wir den weiteren Rollout und berichten in weiteren Beiträgen des FI-Magazins über die nächsten Ausbaustufen und die Umsetzung der Phasen 2 bis 4. Für den direkten Austausch besuchen Sie uns gerne auch auf dem FI-Forum am Stand DÖ 01 ! In der Themenwelt Digitales Ökosystem stehen Fachexpertinnen und -experten gerne für Sie bereit. Ebenso werden wir in einer Masterclass zur EUDI-Wallet referieren und stehen ebenfalls zum Infoaustausch zur Verfügung.
Rollout-Unterstützung durch DSGV und FI
- Zentrale Informationsbereitstellung: Aktuelle Informationen, Präsentationen und FAQ im FI-Kundenportal und auf der DSGV-Plattform (ZIP)
- Austausch & Begleitung: Regelmäßige Open-Door-Sessions für Fragen und Erfahrungsaustausch.
- Registrierung: Sobald der Registrierungsprozess final ausgestaltet ist, informieren DSGV und FI die Institute über die erforderlichen Schritte und begleiten sie bei der Umsetzung.
- Steuerung & Fortschritt: SiteTracker für Ansprechpartner und Fortschrittscontrolling.
SPRIND und die deutsche EUDI-Wallet
- Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) leitet im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung das nationale EUDI-Wallet-Projekt und verantwortet die Entwicklung der staatlichen deutschen EUDI-Wallet sowie den Aufbau des zugehörigen EUDI-Wallet-Ökosystems.
- Die Agentur SPRIND wird das EUDI-Wallet-Projekt im Herbst an die eigens dafür gegründete Common Codes GmbH übergeben.
- Weitere Informationen zur staatlichen EUDI-Wallet und zum deutschen EUDI-Wallet-Projekt finden Sie auf der SPRIND-Website.