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Schnelles Internet lässt auf sich warten

Was den Glasfaserausbau in Deutschland bremst

Obwohl vielerorts bereits immer mehr Straßen aufgerissen und Kabel verlegt werden: Was den Glasfaserausbau angeht, liegt Deutschland mit knapp unter 60 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, wie der europäische Glasfaserverband (FTTH Council) jüngst ermittelt hat.

Was den Glasfaserausbau in Deutschland bremst

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, macht die Genügsamkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher als Ursache aus: „Wir haben früher eine Kupferverkabelung gehabt. Dann haben wir das verbessert." Tatsächlich kommen wohl viele Unternehmen und Haushalte weiterhin gut mit den bestehenden Kabel- und DSL-Anschlüssen zurecht. Sie verzichten deshalb auf den Abschluss eines Nutzungsvertrags, selbst wenn die Leitungen schon vor der Haustür liegen.

So liegt die Ausschöpfungsquote laut Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) hierzulande bei gerade mal 27 Prozent. Nach Bitkom-Angaben verfügen 76 Prozent der Unternehmen über einen schnellen Gigabit-Anschluss, etwa die Hälfte könnte Glasfaser nutzen. 

Hinzu kommen laut Müller gestiegene Kosten bei den Unternehmen, die den Ausbau vornehmen. Das bestätigt auch der BREKO-Geschäftsleiter Sven Knapp. Demnach seien in den vergangenen Jahren allein die Kosten für den Tiefbau um 40 Prozent gestiegen.

Zeitgleich steigt die Datenmenge gerade durch KI- und Cloud-Anwendungen weiter und schnelles Internet ist längst ein Wirtschaftsfaktor. Neben der Energieversorgung und Verkehrsanbindung ist schnelles Internet ein wesentlicher Standortfaktor für die Ansiedlung und den Erhalt von Unternehmen. Etwas mehr als drei Viertel der Unternehmen ohne schnellen Anschluss würde deshalb sogar über einen Standortwechsel nachdenken (YouGov-Umfrage 2026).

Kein fixes Datum für Umstieg in Sicht

Eine Lösung des Dilemmas ist aktuell aber nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Lange Zeit galt das Ziel, Deutschland bis 2030 flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen, um DSL abzuschalten. Mittlerweile rechnen Branchenvertreter damit, dass das erst Mitte des kommenden Jahrzehnts sukzessive passieren wird. Ein fixes Datum gibt es nicht. Ein Grund mehr für viele, den Umstieg zu vertagen.

 

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