Star Finanz

Firmenkunden-Umfrage: Sparkassen als Partner gefragt

Zweite Umfrage der Star Finanz unter rund 7.500 Firmenkunden

Für mehr als ein Drittel der mittelständischen Firmenkunden in Deutschland sind Banken und Sparkassen ein wichtiger Beratungspartner in Fragen der Digitalisierung. Zu diesem Resultat kommt eine neue Umfrage der Star Finanz . Zum zweiten Mal nach 2019 standen die gegenwärtigen Digitalisierungs-Bemühungen von Unternehmen im Fokus – bis Ende Juni beteiligten sich rund 7.500 Firmenkunden. Die befragten Betriebe demonstrieren insgesamt weiterhin eine positive Einstellung gegenüber der Digitalisierung. Sowohl der Anteil an Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen (von 77 auf 79 Prozent), als auch der Anteil derer, welche die digitale Transformation als Chance begreifen, steigt von 83 auf 87 Prozent leicht an. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (36 Prozent) nimmt Banken und Sparkassen zudem bereits jetzt als Partner bei der Umsetzung der eigenen Digitalisierungs-Anstrengungen wahr. Bezogen auf die aktuelle Corona-Krise zeichnet sich bei den Betrieben ein einigermaßen positives Bild ab: Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Befragten gab an, während der aktuellen Corona-Pandemie sehr gut oder gut von ihren Finanzinstituten unterstützt zu werden. Zwei Drittel (65 Prozent) haben bisher noch gar keine Hilfen in Anspruch nehmen müssen.

»Die Finanzinstitute und insbesondere Sparkassen spielen in der aktuellen Krise einen entscheidenden Vorteil aus: Sie sind regional fest verankert und bereits seit vielen Jahren direkter Ansprechpartner vor Ort. Gerade dem Mittelstand kann hier schnell und effizient geholfen werden. Langfristig gesehen können Banken und Sparkassen noch stärker als Partner und Begleiter im Zuge der Digitalisierung wahrgenommen werden. Die wirklich disruptiven Veränderungstreiber wie neue Geschäftsmodelle, digitale Produkte, Prozesse oder Technologien sollten sie stärker in den Fokus nehmen, um Firmenkunden noch besser zu unterstützen.«
 

Im Vergleich zum Vorjahr verdeutlichen die jüngsten Zahlen, dass der Wunsch nach weiteren digitalen Services von ihren Banken in praktisch allen Bereichen über das aktuelle Angebot hinaus abgenommen hat. An der Spitze rangieren weiterhin Kredit-Services mit 36 Prozent (2019: 39 Prozent), gefolgt von Cash-Management mit 25 Prozent (28 Prozent) und Vertragsverwaltung mit 19 Prozent (22 Prozent). Der stärkste Rückgang entfällt auf den Bereich des Rechnungsservice: Lediglich 14 Prozent der Betriebe gaben an, auf diesem Gebiet mehr digitale Unterstützung zu benötigen. 2019 hatte der Wert noch bei 20 Prozent gelegen. Mit Blick auf das Vorjahr gab es hinsichtlich der Geschäftsmodelle und Prozesse auch kaum Veränderungen: Urlaubsanträge, Mahnwesen oder Anbietervergleiche laufen ein Jahr später nur geringfügig automatisierter ab.

CORONA-AUSWIRKUNGEN SPÜRBAR, GROSSE MEHRHEIT BENÖTIGT JEDOCH KEINE UNTERSTÜTZUNG

Das aktuelle Umfeld ist für den Mittelstand eine große Herausforderung. Konkrete Auswirkungen zeigt die Corona-Krise insbesondere bei Aufträgen und Umsätzen. Während Letztere regelrecht eingebrochen sind – jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) beklagt Rückgänge – stechen bei knapp einem Viertel der befragten Betriebe die fehlenden Aufträge hervor (22 Prozent). Erfreulich: Immerhin 31 Prozent gaben an, keinerlei Auswirkungen zu spüren. Der Handel ist dagegen stärker von der Pandemie betroffen. So blickt dieser zum einen auf stärkere Umsatzrückgänge (61 Prozent). Zum anderen geben die Unternehmen in geringerem Umfang an (17 Prozent), nicht von den jüngsten Entwicklungen betroffen zu sein. Im Handwerk scheint wiederum fehlendes Material ein Problem darzustellen. Mit 29 Prozent der Befragten liegt dieser Wert knapp zehn Prozentpunkte über jenem der gesamten Vergleichsgruppe.

Bei ihren Finanzinstituten fühlt sich der Mittelstand hingegen weiter gut aufgehoben: 27 Prozent wird eine sehr gute oder gute Unterstützung zuteil, nur acht Prozent der Unternehmen gaben an, im Zuge der Wirtschaftskrise von ihren Banken und Sparkassen alleine gelassen zu werden. Die große Mehrheit (65 Prozent) benötigte bisher keinerlei Unterstützung. Zu digitalen Services von FinTechs drängt es die Befragten weiterhin nicht: 94 Prozent gaben an, noch keine Dienste in Anspruch genommen zu haben.

DISKREPANZ ZWISCHEN ERWARTUNG UND HANDELN

Wie im Vorjahr erwartet fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) in den kommenden fünf Jahren eine Veränderung ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig leitet daraus weiterhin nur etwa jedes zehnte Unternehmen unmittelbaren Handlungsdruck ab – lediglich 12 Prozent wollen diese Veränderung aktiv in die Hände nehmen und das eigene Modell in naher Zukunft anpassen. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, setzen die Unternehmer stattdessen vor allem auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter (58 Prozent), auf eine verbesserte interne Organisation (50 Prozent) sowie den eigenen Web-Auftritt (33 Prozent).

Interessant ist zudem ein Blick auf die Maßnahmen, die Unternehmen in punkto Eindämmung des Corona-Virus umgesetzt haben. In etwa gleich ausgeprägt sind hier der Ausbau von Homeoffice-Möglichkeiten (37 Prozent), Kurzarbeit (34 Prozent) oder der verstärkte Einsatz digitaler Tools (33 Prozent) zu nennen. Lediglich sechs Prozent der Unternehmen sahen sich genötigt, Mitarbeitern zu kündigen. Nahezu vier von zehn Unternehmen (39 Prozent) planen ferner, die ergriffenen Maßnahmen langfristig beizubehalten. 29 Prozent lehnen dies ab, 32 Prozent sind noch unentschlossen. Uneinigkeit herrscht auch bei der Frage, ob die aktuelle Krise die Digitalisierung des eigenen Geschäftszweiges beschleunige. Während 46 Prozent der Befragten genau davon ausgehen, sehen 43 Prozent keinen Zusammenhang.

 

ZUR UMFRAGE:

Die Star Finanz führte im Juni 2020 eine Online-Umfrage unter Einzelunternehmern, mittelständischen Firmen und Konzernen in ganz Deutschland durch. Ziel der Umfrage war es, Erkenntnisse zum Digitalisierungsgrad sowie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf deutsche Unternehmen zu gewinnen. Insgesamt nahmen rund 7.500 Firmen an der Befragung teil. Ein Großteil der Antwortgeber besetzt in den Unternehmen leitende Positionen. Über die Hälfte (57 Prozent) sind Inhaber oder Geschäftsführer, knapp ein Viertel (24 Prozent) leitende Angestellte.