Branchen-News

ITmagazin 4/2019

Weiter gefragt: Bankfilialen

Das Online-Banking boomt nach wie vor. Einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom zufolge, greifen immer mehr Deutsche digital auf ihre Konten zu und erledigen ihre Geldgeschäfte unabhängig von den Öffnungszeiten der Banken und Sparkassen. Dabei ist der Laptop-PC mit 81 Prozent das dominierende Medium für die Nutzung des Online-Bankings, gefolgt vom Desktop-PC mit 56 Prozent. Das Smartphone belegt mit 52 Prozent den dritten und das Tablet mit 45 Prozent den vierten Platz (Mehrfachnennungen waren möglich). Die Filialen der Kreditinstitute bleiben aber weiterhin beliebt: 30 Prozent der Befragten gehen ausschließlich in eine Filiale, um ihre Finanzgeschäfte zu erledigen. Weitere 47 Prozent nutzen neben der Filiale auch das Online- Banking und der Rest ist ausschließlich digital unterwegs. Fast jeder Zweite legt Wert auf persönliche Beratung in einer Geschäftsstelle in der Nähe. Der stationäre Vertrieb ist also aus der Gegenwart nicht wegzudenken und das digitale Angebot wird »nur« als willkommene Erweiterung wahrgenommen. Dennoch ist es für Kunden der Banken und Sparkassen vorstellbar, dass die Anzahl der Filialen in den kommenden zehn Jahren stark zurückgehen wird: 86 Prozent der Befragten erwarten diese Entwicklung. Für 48 Prozent ist es sogar denkbar, dass es in 20 Jahren in Deutschland kein »Vor-Ort-Institut« mehr geben wird. Ob und wie schnell diese Entwicklung eintreten wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass sich das klassische Retail-Banking mit der Mehrzahl der privaten Kunden in einem Veränderungsprozess befindet, dessen Treiber unter anderen die digitalen Möglichkeiten sowie Entwicklungen und die steigenden Kundenanforderungen sind. 

 

Die gesamte Studie »Digital Finance 2019 – Die Transformation der Finanzindustrie in Zahlen« finden Sie hier: www.bitkom.org  

 

 

Youtube hat die Nase vorn

»Bye-bye Facebook.« – zumindest für die junge Generation. Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 des US-amerikanischen Forschungsinstituts Pew Research Center haben 44 Prozent der 18- bis 29-Jährigen registrierten Facebook-Nutzer die App im Jahr 2017 gelöscht. Dass Facebook für junge Leute nicht mehr so relevant ist, zeigt auch ein Ergebnis der »JIM 2018«*: In der Zielgruppe der 12- bis 19-jährigen Internetnutzer belegt das Soziale Netzwerk mit sechs Prozent nur noch Rang 8 in der Liste der beliebtesten Online-Angebote. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang um 9 Prozent. Die Nase vorn hat eindeutig Youtube mit 63 Prozent, gefolgt von WhatsApp mit 39 und Instagram mit 30 Prozentpunkten. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: schwindendes Vertrauen durch Datenskandale, zunehmende Kommerzialisierung durch Marken- und Nachrichtenseiten, die Elterngeneration hat Facebook für sich entdeckt…dafür posten die Freunde weniger. Hinzu kommt, dass die sogenannten Influencer verstärkt auf anderen Plattformen vertreten sind. Da die junge Zielgruppe viel Wert darauf legt sich kreativ in Szene zu setzen, werden Netzwerke präferiert, die entsprechende Features zur Verfügung stellen.

*JIM (Jugend, Information, Medien) Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) erhebt seit 20 Jahren Grundlagendaten zur Mediennutzung Jugendlicher in Deutschland. Hier geht es zur repräsentativen Studienreihe: www.mpfs.de